26.03.2004, LN, Ein bisschen Zittern vor dem Saisonfinale

Ein bisschen Zittern vor dem Saisonfinale

Tanzen, Regionalliga der Latein-Formationen: Lüdenscheid strebt in Herford das große Finale an und will so die Zweifel am Klassenerhalt beseitigen

Von Thomas Machatzke

LÜDENSCHEID o Morgen gilt es für die A-Formation der TSG Lüdenscheid. Ab 18 Uhr findet in der Herforder Kreissporthalle der fünfte und letzte Wettkampf der Latein-Regionalliga statt. Wenn die Saison, in die die TSG mit Aufstiegsambitionen gestartet war, nicht mit dem Super-GAU enden soll, dann müssen die Waldschmidt-Schützlinge zumindest Rang acht, besser noch Rang sieben der Tageswertung belegen. Ansonsten droht den Tänzerinnen und Tänzern aus der Bergstadt der Abstieg.

Zwar nicht nervös, wohl aber "angespannt" sei er, bekennt Trainer Bernd Waldschmidt vor dem Saisonfinale in Ostwestfalen. "Angespannt deshalb, weil man nicht alle äußeren Faktoren im Griff haben kann", erklärt der Hagener, "uns reicht ja eine normale Leistung aus. Wir wollen nicht über Rang acht reden, wir wollen diesmal wieder ins große Finale."

Nach zwei vierten und einem fünften Platz in den ersten drei Turnieren schien die TSG die einzige Formation der Liga zu sein, für die es in den letzten beiden Turnieren um nichts mehr gehen sollte. Weit gefehlt. Der Kollektiv-Blackout von Moers, den die Wertungsrichter mit dem letzten Platz "belohnten", hat der TSG unverhofft wieder Spannung beschert.

"In der Bude hat es mächtig gerappelt", berichtet der TSG-Trainer von einer Aussprache nach dem Waterloo im Adolfinum. Fruchtbar waren die klärenden Worte. "Alle waren danach wieder motivierter - Trainer und Mannschaft", erklärt Waldschmidt, "die Vorbereitung auf das letzte Saisonturnier war wesentlich besser als vor dem Turnier in Moers."

Zuletzt reiste die A-Formation der TSG mit der B-Formation ins Trainingslager nach Duisburg - am Trainingspensum wird es nicht liegen, wenn morgen in Herford etwas schiefgehen sollte.

"Gearbeitet hat die Mannschaft gut", lobt Waldschmidt seine Schützlinge, "jetzt muss man halt schauen, wie die Mannschaft mit dem Druck klarkommt." Druck indes haben alle Formationen - außer dem Spitzentrio aus Düsseldorf, Erkelenz und Greven kämpfen noch alle Formationen um den Klassenerhalt. Drei der sechs Teams auf den Plätzen vier bis neun wird es am Ende treffen. Da auch um Platz zwei, der zur Teilnahme am Zweitliga-Aufstiegsturnier berechtigt, Erkelenz und Greven verbissen streiten, verspricht das Saisonfinale in diesem Jahr Spannung pur.

Ein Tänzer des Tabellenvierten aus Lüdenscheid wird diese Spannung nicht mehr erleben - Marcel Kortboyer hat sich nach dem Turnier in Moers still und leise zurückgezogen, wurde weder bei der Aussprache noch beim Training gesehen. "Wir laufen ihm nicht hinterher", sagt Waldschmidt, dem ansonsten alle Aktiven zur Verfügung stehen, "alle anderen haben zuletzt voll mitgezogen. Wir stellen das Wir-Gefühl wieder in den Vordergrund. Und so wollen wir nun auch den Klassenerhalt schaffen."


Lüdenscheider Nachrichten, 26.03.2004