17.05.2004, LN, Zitterpartie ohne Happyend

Zitterpartie ohne Happyend

Tanzen, Oberliga der Latein-Formationen: B-Team der TSG Lüdenscheid verpasst beim Saisonfinale in Witten den Klassenerhalt und zeigt sich im Moment der Enttäuschung als fairer Verlierer

Von Thomas Machatzke

WITTEN o Im Foyer der Fritz-Husemann-Halle in Witten wird der Besucher direkt darauf hingewiesen, wer hier den Ton angibt: die Ringer des KSV Witten. Am Samstag indes machte die Oberliga im Latein-Formationstanz Station in der Sportstätte. 400 Besucher bejubelten beim Saisonfinale die Formation der Gastgeber. Der Ruhrtanzclub Witten feierte vor eigenem Publikum die Meisterschaft. Eine riesige Fete. Nur für das B-Team der TSG Lüdenscheid war es kein Tag zum Feiern. Die Wachsmuth-Schützlinge landeten in Abwesenheit des Abo-Letzten aus Lübbecke auf dem siebten und damit diesmal letzten Platz. Und da es die C-Formation aus Wesel auf Rang vier schaffte, bedeutete diese Platzierung für die Lüdenscheider doch noch den Abstieg aus der Oberliga.

Bitterer hätte das Saisonfinale für die TSG-Formation kaum verlaufen können. Dadurch, dass Kai Szczyglowski (verletzt) und Christian Kischel (verhindert) am letzten Wettkampftag fehlten, musste die Formation mit nur sieben Paaren ins letzte Turnier starten. Ein Nachteil, der der TSG vielleicht das Große Finale kostete. "Die Vorrunde war okay, klar mit kleinen Fehlern, aber letztlich lag es daran, dass wir nur sieben Paare hatten", bilanzierte Trainer Björn Wachsmuth.

Die Kreuze der Wertungsrichter setzten die TSG nach der Vorrunde aber nicht nur auf den siebten und letzten Platz. Sie sahen zudem zwei punktgleiche Fünfte, so dass sechs Teams ins Große Finale kamen. Die TSG tanzte im Kleinen Finale alleine, wurde gleichwohl bejubelt wie bei keinem anderen Saisonturnier. "Der Auftritt im Finale hat entschädigt - so eine tolle Kulisse kriegt man nicht so oft", stellte Wachsmuth fest.

In der Zuschauerrolle wurde das Große Finale für die TSG zum Nervenspiel. Zwei Punkte betrug der Vorsprung auf Wesel vor dem Saisonfinale. Rang fünf für Wesel hätte die TSG in der Liga gehalten. Die C-Formation des TSC tanzte als letztes Team, direkt hinter Step by step Oberhausen, dem zweiten Konkurrenten aus dem Keller. Und Wesel überzeugte die Wertungsrichter. Dreimal zogen sie die "4", zweimal die "5". Damit ließ Wesel nicht nur das Team aus Oberhausen (fünfmal die "6") hinter sich. In der Endabrechnung blieb auch das Wittener B-Team hinter dem TSC Hanse. Rang vier für Wesel - bei den Lüdenscheidern kullerte die eine oder andere Träne über die Wangen. Der relativ komfortable Vorsprung hatte nicht gereicht.

Trotz der Enttäuschung zeigte sich die TSG als fairer Verlierer. "Wesel war heute einfach gut. Das Team ist berechtigt Vierter geworden. Das sehe ich genauso", erklärte TSG-Coach Björn Wachsmuth gefasst, "die anderen waren heute besser. Und dann kann ich auch mit dem Ergebnis leben."

Der Endstand des Turniers in Witten:
1. Ruhrtanzclub Witten A
2. TSC Borken Rot-Weiß A
3. TSZ Bocholt A
4. TSC Hanse Wesel C
5. Ruhrtanzclub Witten B
6. Step by step Oberhausen A

Kleines Finale:
7. TSG Lüdenscheid B

Saisonendstand:
1. Ruhrtanzclub Witten A 5
2. TSZ Bocholt A 12
3. TSC Borken Rot-Weiß A 13
4. Ruhrtanzclub Witten B 24
5./6. TSC Hanse Wesel C 29
5./6. Step by step Oberhausen A 29
7. TSG Lüdenscheid B 30
8. TSG Rot-Weiß-Gold Lübbecke A 38


Lüdenscheider Nachrichten, 17.05.2004