06.03.2006, LN, Strahlende TSG-Gesichter beim Gute-Laune-Festival

Strahlende TSG-Gesichter beim Gute-Laune-Festival

TANZEN, 2. BUNDESLIGA LATEIN Das Team der TSG Lüdenscheid wird beim Saisonfinale in Wesel mit der besten Wertung des Jahres erneut Dritter

Von Thomas Machatzke

WESEL o Wenn sich eine Saison dem Ende zuneigt, dann gibt es im Sport immer Gewinner und Verlierer, enttäuschte und strahlende Gesichter, Katzenjammer und Überschwang. Nicht so am Samstagabend in der 2. Bundesliga der Latein-Formationen: Als gegen 22.10 Uhr die Wertungsrichter in der Niederrheinhalle zu Wesel die letzten Urteile der Saison gesprochen hatten, der Turniergastgeber danach zu den Klängen von Madonnas "Hung up" zur Siegerehrung bat, da strahlten durchweg alle Gesichter. Ihre Botschaft: Die Tournee ist zu Ende, sie hat Spaß gemacht. Auf ein Neues im nächsten Jahr.

Für den Überschwang war der neue Meister zuständig - der TTH Dorsten hatte fast vor der eigenen Haustür das bis dato punktgleiche Team des TC Residenz Ludwigsburg in Wesel deutlich in die Schranken gewiesen. Für die Gold-Gedressten aus dem Süden blieb so in der Endabrechnung der Saison "nur" Silber - sei‘s drum: Den Traum vom Aufstieg und der Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft im November in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle erfüllte sich der TC Residenz - und feierte ausgelassen mit.

Im Schatten des Spitzenduos durfte auch die TSG Lüdenscheid strahlen: Tagesplatz drei lag die beste Wertung der Saison zu Grunde: Zweimal die "2", dreimal die "3" - nur knapp verpasste der Neuling, den in Wesel mehr als 100 lautstarke Fans unterstützten, seinen ersten Tagesplatz zwei. "Besser geht‘s doch nicht", freute sich Trainer Bernd Waldschmidt. "Unter den Umständen ist das schon toll", bilanzierte Cheftrainerin Petra Heiduk. Die Umstände - das war nach der Erkrankung von Marten Schumacher der Einbau des Ex-Aacheners Andreas Schamberger in die Formation gewesen. Nur einmal hatte Schamberger mit dem Team trainiert. "Kein Mensch hat gemerkt, dass Andi eigentlich nicht da reingehört", lobte Heiduk ihren Schützling früherer Tage.

Als zusätzlich positiv erwies sich eine Umstellung: Christian Boldt und Jan-Erik Michelsen tauschten die Partnerinnen. Boldt tanzte mit Natascha Heidrich-Meisner, Michelsen mit Sabrina Leyendecker. Letztere leistete sogleich ihr Meisterstück in Sachen Pirouetten ab. Nicht nur deshalb bewertete Waldschmidt den Finaldurchgang von Wesel als den besten der Saison. Widerspruch kam nur von Petra Heiduk. "Die Vorrunde fand ich noch besser", bemerkte die Cheftrainerin, "da hat die Formation richtig mit Spaß getanzt."

Letzteres durfte man immerhin nicht für das Bremerhavener B-Team und die Konkurrenz aus Bochum behaupten. Die Bochumer quälten sich vor allem in der Vorrunde mehr schlecht als recht übers Parkett und gaben erstmals - das freute die Lüdenscheider - Rang vier an das Team aus Nürnberg ab. Die Bremerhavener hatten extra Meistertrainer Horst Beer mitgebracht, um vielleicht doch noch den TC Hanse Wesel abfangen zu können. Ihre Leistung indes wurde von den Wertungsrichtern zurecht mit einem glatten siebten Platz und dem erwarteten Abstieg belohnt. Für den TC Hanse Wesel (6.) nach dem verpassten Großen Finale zumindest ein kleiner Trost und eine gute Vorlage, die anschließende Saisonabschlussparty doch noch bestens gelaunt in Angriff zu nehmen.


Lüdenscheider Nachrichten, 06.03.2006