25.11.2006, WR, Mit "Rock" die Tanzwelt verzaubern

Mit "Rock" die Tanzwelt verzaubern

Er ist 348 Meter hoch, 3 600 Meter lang, 2 400 Meter breit und ragt wie eine Insel aus der unwirtlich-sandigen Ebene des australischen Outback empor: Der Ayers Rock ("Uluru"), ein gewaltiger Sandsteinfelsen, ist das Wahrzeichen Australiens und den Ureinwohnern heilig, denn hier kreuzen sich mythische Traumpfade. Warum der Ausflug in die Welt der Geographie und Geologie? Auch für die Lateinformation der Tanz-Sport-Gemeinschaft (TSG) Lüdenscheid soll "Rock" zum Mythos werden, denn "Rock" nennt sich das neue und spektakulär anmutende Programm, mit dem die Mannschaft 2007 nach dem ersten vergeblichen Anlauf 2006 den Sprung in die 1. Bundesliga schaffen will.

"Das ist eine typische Heiduk-Choreographie", sagt Trainer Bernd Waldschmidt. Cheftrainerin Petra Heiduk entwickelte quasi seit dem Tag des letzten Turniers 2006 die Produktion. Waldschmidt und die für die Tanztechnik zuständigen Dirk und Alla Bastert wurden zwar mit einbezogen, waren aber nicht maßgebend. "Wir wurden eher als Diskussionspartner genutzt", so Waldschmidt. "Rock" steht für den (ins Rollen) zu bringenden Stein und für Rockn Roll. Heiduk zauberte in dem ihr typischen Stil ein viereinhalbminütiges Feuerwerk, gespickt mit tänzerischen Höchstschwierigkeiten, und wird auch ihrem Ruf als "Königin der Bildwechsel" gerecht.

Und für die Umsetzung auf dem Parkett arbeitet die Mannschaft, die selbstredend auch in neue Kleider gesteckt werden wird, seit Monaten sehr hart. Zwar wurde auch die TSG von einem "Sommerloch" gebeutelt, "doch inzwischen ist wieder Druck drin". In der Woche wird wie gehabt dienstags und donnerstags trainiert, doch wurde das Wochenend-Pensum von vier auf sechs Stunden erhöht. Zwei Trainingslager wurden bereits durchgeführt, ein drittes folgt Mitte Dezember.

Derweil lösten die TSG-Verantwortlichen auch die kurzzeitig aufgetauchten Personalprobleme. Mehr noch. "Die Mannschaft ist von der Substanz her stärker, und darauf sind auch die schwierigen Schrittkombinationen ausgerichtet, die einen zum Favoriten machen", sagt Waldschmidt voller Selbstbewusstsein und formuliert damit den Anspruch, den alle in der TSG ans Team stellen.

Die tänzerische Vita der Neuzugänge: Dennis Diebel vom Liga-Rivalen TTC RW Silber Bochum, Valerij Grisadov, Anna Riger und Alexis Gross tanzen alle in der S-Klasse und gehören zur Spitze in Westdeutschland. Den vier "Neuen" stehen mit Jan-Eric Michelsen (nach Velbert) und Sarah Cramer nur zwei Abgänge gegenüber. Da "Wackelkandidat" Christian Wagner, der inzwischen in Bremen wohnt, seine Absage rückgängig machte, konnte die Mindestzahl von acht auf neun Paare aufgestockt werden - auch ein Faustpfand, mit dem die TSG ab dem 6. Januar, wenn mit dem Heimturnier die mit großer Spannung erwartete Saison eröffnet wird, wuchern will.

Von Lutz Großmann


Westfälische Rundschau, 25.11.2006