18.12.2006, LN, Rasanter Votrag schürt die Vorfreude

Rasanter Votrag schürt die Vorfreude

TANZEN, 2. BUNDESLIGA LATEIN Die TSG Lüdenscheid präsentiert 200 Zuschauern in der BGL-Halle mit dem Thema "Rock" erstmals ein völlig neues Programm. Viele Schwierigkeiten und einige neue Gesichter

Von Thomas Machatzke

LÜDENSCHEID o Die Cheftrainer verbal in Bestform, das Team zwar noch nicht ganz meisterschaftsreif, aber im Gesamtbild trotzdem beeindruckend: Die Präsentation des neuen Saisonthemas des Latein-Zweitliga-Teams der TSG Lüdenscheid begeisterte am Freitagabend im Bergstadt-Gymnasium knapp 200 Zuschauer. Die Kostprobe des zuletzt in vielen mühevollen Trainingsstunden Erarbeiteten war für die Fans ein prima Vorgeschmack auf den Zweitliga-Auftakt, der am 6. Januar an gleicher Stelle stattfindet. Für das Team dagegen war es der Auftakt zu einem Intensiv-Wochenende: Am Samstag ging es in ein letztes Trainingslager in Geseke, in dem sich überraschend Jan-Erik Michelsen, der sich am Freitag vom neuen Thema begeistert zeigte, spontan in der Formation zurückmeldete.

"Unsere Gegner und Kritiker werden die Choreographie vielleicht "old fashioned" finden", erklärte TSG-Cheftrainerin Petra Heiduk direkt zu Beginn der Präsentation, die das Team wie gehabt zunächst scheibchenweise in Trainingskleidung darbot und später in (noch nicht komplett fertiger) Wettkampfgarderobe als fertigen Meisterschaftsdurchgang.

Das Thema "Rock" wird nach einem Einmarsch zur Musik "Zehn" von Farin Urlaub (kleine Änderung: "bei zehn wollen wir euch rocken sehen...") und dem anschließenden "Jailhouse Rock" im Hauptteil von fünf Liedern getragen. Angefangen vom "Rock"n-Roll - Best days of my life" über das "Hardrock-Café" bis hin zum Titel "Solid", zu dem das Team einen kessen Cha-Cha aufs Parkett zaubert - wirklich "old-fashioned" wirkt das Ganze in keinster Weise.

Eher schon extrem anspruchsvoll. Mehr als 30 Bildwechsel vollzieht die Formation in der Choreographie. "Bilder von einem immens hohen Schwierigkeitsgrad", wie Petra Heiduk nicht ohne Stolz betont. Eine Heiduksche Erfindung aus Velbert - die wandernden Rauten - sind ebenso vertreten wie eine Schöpfung aus ihrer Aachener Zeit, ein anspruchsvolles Wander-Round-About.

Auch die Schrittkombinationen haben es in sich. "Dirk und Alla Bastert waren kaum zu bremsen", erzählte die Cheftrainerin und ergänzte ob der zwei S-Klasse- und drei A-Klasse-Einzelpaare im Kader, "aber wir haben inzwischen ein Team, das so etwas tanzen kann". So hat die Figur "Tall-gate" - eigentlich zu schwierig für den Formationstanz - Aufnahme in die Choreographie gefunden. Die Pirouetten - laut Fernsehen vom Bremerhavener Meistertrainer Horst Beer erfunden (Heiduk: "Ich habe das schon getanzt, da war Herr Beer noch nicht einmal in Planung".) - sind ebenfalls ein schwieriger Teil des Vortrags. Sprünge hat der frühere "Meister der Sprünge", Bernd Waldschmidt, ins Programm eingearbeitet. Rundherum ein spannender Vortrag eines Teams, das allerdings noch nicht in der Meisterschafts-Besetzung tanzte.

Zwar gehört Christian Wagner wieder zur aus Deutschen, Polen, Russen, Österreichern und einer Türkin bestehenden "Multi-Kulti-Mannschaft" (O-Ton Heiduk), zudem feierte der S-Klasse-Tänzer Alexis Gross aus Wetter am Freitag seinen Einstand - verzichten muss die TSG allerdings vorerst auf den Formationssprecher, Daniel Neubauer, der beim Training schwer stürzte und deshalb am Freitag an Krücken ging und nur das Mischpult bediente. Mit Valerij Gridassov hat Heiduk zwar noch einen Trumpf in der Hinterhand - er allerdings war am Freitag noch nicht so weit, die Choreographie mitzutanzen. Es bleiben indes noch knapp drei Wochen bis zum Start. Nach dem Trainingslager folgen nach Weihnachten noch tägliche Einheiten in der BGL-Halle. Die Arbeit am Feinschliff, ehe die TSG dann am 6. Januar im voll besetzten BGL angreifen will. Spätestens dann wird die Halle endgültig "gerockt"...


Lüdenscheider Nachrichten, 18.12.2006