17.02.2009, LN, TSG: Finanzielle Einbußen ohne Heimturnier 2010

TSG: Finanzielle Einbußen ohne Heimturnier 2010

Von Thomas Machatzke

LÜDENSCHEID - "Auch wenn wir wieder nur Fünfter geworden sind, bin ich nicht so enttäuscht wie beim letzten Mal. Wir waren gut, und das ist das Entscheidende." Björn Wachsmuth sprach noch am Samstagabend gut gelaunt aus, was viele in der Formation der TSG Lüdenscheid dachten. An den vierten Rang war das Team aus der Bergstadt nicht einmal annähernd heran gekommen. "Doch darauf hatten wir alle in der Kabine bereits vorbereitet", erzählte gestern Bernd Waldschmidt, "deshalb war das Team zwar enttäuscht, aber nicht am Boden zerstört."

"Im Gegenteil: Werner Hartmann war schon wenige Minuten nach der Siegerehrung bestens gelaunt. Für den bisherigen Ersatzmann war es in Düren gut gelaufen. "Es war natürlich schwer, sich die ersten Turniere von draußen anzuschauen", erklärte Hartmann, "aber heute hat es unheimlich viel Spaß gemacht mit dem Team - und ich habe auch gezeigt, dass ich auf die Fläche gehöre."

Petra Heiduk erklärte noch am Samstag, dass sie am liebsten an der Formation bis zum nächsten Turnier in Velbert keine Änderungen vornehmen wolle. Bernd Waldschmidt sieht dies ähnlich. "Aber entscheiden, wie wir in Velbert antreten, wollen wir erst nach dem Training am Wochenende", erklärte er gestern und setzt auf Konkurrenzkampf um die Plätze. "Der Zug ist zwar abgefahren, aber wir werden trotzdem so weiter arbeiten wie bisher", sagt Waldschmidt. Allein der Heimauftritt am 14. März im BGL ist Ansporn genug für die Formation.

Einen Heimauftritt hätten sich Team und Verantwortliche auch für das Jahr 2010 gewünscht. Auch dieser Zug ist indes abgefahren (wir berichteten) - stattdessen geht es nun wohl zweimal nach Aachen. "Der Vorstand hat die Bewerbungsfrist verpasst, weil er die Frist für den Bereich der 2. Liga im Kopf hatte", stellte Waldschmidt gestern klar, "ich bin angerufen worden, als die Entscheidung schon gefallen war - wahrscheinlich war es den Verantwortlichen recht, dass von uns keine Bewerbung vorlag. So fiel ihnen die Entscheidung leichter..." Dem Vorstand macht Waldschmidt keinen Vorwurf: "Wir haben im Moment schwierige Rahmenbedingungen - alle Leute sind in ihren Jobs schwer gefordert. Da kann einem so etwas einmal durchgehen."

Die Tatsache, dass die TSG 2010 eines von zwei Teams in der Liga ohne Heimturnier sein wird, ist gleichwohl sportlich ein Nachteil. Und auch finanziell - die Heimturniere werfen in der Regel einen Gewinn ab, auch wenn die Gastgeber einen Teil der Gästeteams in Hotels unterbringen müssen. "Genauer kann man das bei uns erst nach dem 14. März sagen", erklärt Waldschmidt. Die TSG muss in Lüdenscheid für drei Südvertreter Quartiere finanzieren - wie groß danach der Überschuss bleibt, wird sich zeigen. Auch in diesem Zusammenhang wäre eine Ausrichtung 2010 womöglich lukrativer gewesen, zeichnet sich doch ab, dass zwei Südvertreter absteigen und durch zwei Mannschaften aus dem Westen ersetzt werden.

"Dass wir das Turnier nicht haben, bringt finanzielle Nachteile. Wir müssen da nun Lösungen erarbeiten", sagt Waldschmidt, "wir brauchen auf jeden Fall auch 2010 ein Wochenend-Event in Lüdenscheid." Waldschmidt will nun mit dem Verband sprechen. Ein Zweitliga-Turnier oder das Regionalliga-Aufstiegsturnier zur 2. Bundesliga könnte sich der TSG-Trainer gut in Lüdenscheid vorstellen. Dieser Zug ist noch nicht abgefahren.


Lüdenscheider Nachrichten, 17.02.2009