27.02.2009, LN, TSG: Viertes Saisonturnier am Samstag in Velbert

TSG: Viertes Saisonturnier am Samstag in Velbert

Von Thomas Machatzke

LÜDENSCHEID - Die Sporthalle an der Langenberger Straße in Velbert kennt kein Velberter als Sporthalle an der Langenberger Straße. Auch nicht als Halle des Berufsschulzentrums. Die Sporstätte heißt im Volksmund "Zitronenbunker" - weil die Front der Lehranstalt quietschend gelb angestrichen worden ist.

In diesem "Zitronenbunker" also tanzen die acht besten Latein-Formationen des Landes am Samstag ab 18 Uhr das vierte Erstliga-Saisonturnier, und nicht wie im vergangenen Jahr in der Halle in Velbert-Birth. Irgendwie ist es die passende Sportstätte für die Saison der TSG Lüdenscheid, die bei ihrer Zielsetzung - Rang vier mit Tendenz zu Rang drei - ja in gewisser Weise mit Zitronen gehandelt hat. "Wir dürfen aber nicht zu sauer sein", sagt Cheftrainerin Petra Heiduk vor dem Auftritt in Velbert und wehrt sich dagegen, die Saison schlechter zu machen als sie ist, "wir sind aufgestiegen, sind drin geblieben und zementieren nun den fünften Platz." Es gibt in der Tat Zitronen, die saurer schmecken könnten.

Gleichwohl: "Die Luft ist ein bisschen raus", sagt Trainer Bernd Waldschmidt. Dem mag Heiduk zwar nicht recht zustimmen ("Wir wissen, dass wir nicht mehr allzu große Hoffnungen haben dürfen, aber das Team hat im Training sehr, sehr gut mitgearbeitet"), allerdings definiert auch sie Ziele eher langfristig. "Wir arbeiten weiter hart, damit sich alle individuell weiter entwickeln." Waldschmidt sagt: "Wir arbeiten schon jetzt für die neue Saison." Vor der neuen Saison freilich wartet ein heißer Tanz beim Deutschen Vizemeister in Velbert und danach das "Heimspiel" im BGL. 500 Karten hat die TSG bereits verkauft - noch rund 800 sind zu haben. Es ist das erste Erstliga-Turnier in Lüdenscheid. Ein Zugpferd allemal, bei dem sich das Team am 14. März noch einmal bestens präsentieren will.

In Velbert schicken Heiduk und Waldschmidt erstmals ein unverändertes Ensemble aufs Parkett. Werner Hartmann bleibt damit im Team, Pascal Ruben in der Reservistenrolle. Ansonsten gilt: "Die Fehler, die wir trotz des sehr gutes Auftrittes in Düren entdeckt haben, wollen wir abstellen", sagt Waldschmidt und spricht gar nicht direkt davon, den derzeitigen Rangvierten aus Düsseldorf und Aachen angreifen zu wollen, auch wenn rein rechnerisch sogar noch der vierte Platz möglich wäre, aber eben nur rechnerisch. "Wir wollen eine gute Leistung abliefern und dafür gute Wertungen bekommen", sagt Waldschmidt, "vor Publikum auf der Fläche zu stehen, ist immer Motivation genug. Dafür trainiert man das ganze Jahr." Knapp 500 Karten hat das TSZ Velbert im Vorfeld abgesetzt. Voll wird der "Zitronenbunker" also nicht. Aber genug Publikum wird es sein für die acht Teams. Dafür sorgt allein die Klasse-Saison des Gastgebers. Das TSZ nämlich hat seine eigenen Erwartungen bislang als Vizemeister und WM-Dritter vollauf erfüllt - und keineswegs mit Zitronen gehandelt.


Lüdenscheider Nachrichten, 27.02.2009