02.03.2009, LN, Verkorkste Vorrunde: TSG wieder nur Fünfter

Verkorkste Vorrunde: TSG wieder nur Fünfter

Von Thomas Machatzke

VELBERT - Die Stimmung im wenig schmucken "Zitronenbunker" in Velbert war grandios gewesen, doch am Ende überwog die Zahl der enttäuschten Gesichter. Mittendrin die TSG Lüdenscheid, die wieder wenig Anlass zum Strahlen hatte. Nach komplett verkorkster Vorrunde und deutlicher Steigerung im Finale gab es anders als vor zwei Wochen in Düren diesmal nicht eine einzige 4er-Wertung für die Bergstädter. Alle sieben Wertungsrichter zeigten die "5" für die TSG, die damit den fünften Platz im Gesamtklassement endgültig zementiert hat.

An der Spitze des Klassements gewann der Vize-Weltmeister GGC Bremen A beim Verfolger in Velbert zwar mit allen 1er-Wertungen - Trainer Roberto Albanese nahm dies aber bei der Siegerehrung eher nüchtern zur Kenntnis. Sein Team hatte fehlerhafter als sonst getanzt. Ein wenig enttäuscht waren gar die Velberter, die vor eigenem Publikum zwar ein Feuerwerk auf der Tanzfläche abbrannten und begeistert gefeiert wurden - für das TSZ reichte es aber nicht einmal zu einer 1er-Wertung, auf die man im Stillen gehofft hatte.

So war der großer Sieger des Tages die Formations-Gemeinschaft aus Aachen und Düsseldorf, die das Bremer B-Team erstmals in dieser Saison in die Schranken wies und sich auf Rang drei im Tagesklassement vorschob. Die Schützlinge von Oliver Seefeldt feierten dies ausgelassen. Die Lüdenscheider sahen es missmutig - eigentlich hatten sie in dieser Saison die Rolle der FG spielen wollen. Im Kleinen Finale gab der 1. TC Ludwigsburg erstmals in der Tageswertung die rote Laterne an die ohne Cheftrainer Fikret Bilge angereiste TSG Backnang ab. Absteigen werden trotzdem beide.

Für die Lüdenscheider verlief der Tag in Velbert alles andere als erwünscht. Steffi Eggers traf nach der Arbeit erst eine Stunde vorm Turnier ein. Anna Riger tanzte trotz Virus-Infektion, Werner Hartmann klagte über Rückenprobleme. "Hinten war es das reinste Lazarett", klagte Cheftrainerin Petra Heiduk. Die verkorkste Musikprobe hatte Bernd Waldschmidt bereits auf den Plan gerufen: "Ich habe dem Team gesagt: Wenn ihr den peinlichen Weg ins Kleine Finale gehen wollt, dann macht so weiter", erzählte Bernd Waldschmidt später.

Dieser Weg blieb der TSG zwar erspart, die Vorrunde indes war fehlerbehaftet und trotz lautstarker Unterstützung des vielköpfigen TSG-Anhangs in der ausverkauften Halle "voll in den Fritten" (O-Ton Cheftrainerin Petra Heiduk). "Die Stimmung war nach der Vorrunde auf dem Nullpunkt", erklärte Bernd Waldschmidt später. Vor dem Finale traf sich das Team seit längerem erstmalig zu einer Mannschaftssitzung und Aussprache ohne Trainer und versöhnte Heiduk und Waldschmidt immerhin noch mit einer deutlich stärkeren Endrunde. "Es war nicht der sauberste Durchgang, in Düren waren die Linien klarer - aber es war sicher der freieste", freute sich Heiduk über die Leistungssteigerung. Die Wertung überraschte das Trainerduo letztlich nicht. "Das Ergebnis war uns im Grunde vorher klar", stellte Waldschmidt ein wenig resigniert fest, "das ist halt so."


Lüdenscheider Nachrichten, 02.03.2009