02.03.2009, WR, Klare Steigerung im Finale nach schwachem Auftakt

Klare Steigerung im Finale nach schwachem Auftakt

Von Lutz Großmann Velbert.

Die Verantwortlichen der TSG Lüdenscheid waren hin- und hergerissen.

"Die Vorrunde war gruselig, das Große Finale viel besser”, sagte Petra Heiduk, und Bernd Waldschmidt ergänzte: "Es ist auch ein Zeichen von Klasse einer Mannschaft, wenn sie sich aus diesem Loch herauszieht und sich so steigert.

Beim vierten Turnier der 1. Bundesliga Latein am Samstag vor fachkundigen und fair allen Teams applaudierenden 600 Zuschauern in Velbert drohte dem A-Team der TSG Lüdenscheid erstmals das Kleine Finale, denn die Leistung in der Vorrunde war schlecht. Der Trost, dass auch die Gegner schwächelten, war nur ein schwacher, bewahrte die Lüdenscheider aber vor dem Super-Gau. Waldschmidt war in der Pause restlos bedient: „Ich war dermaßen enttäuscht, dass ich sie noch nicht einmal anbrüllen konnte.”

Normalerweise lässt der Hagener seinen Frust in aller Regel in markanter Lautstärke aus. Dass Anna Riger mit einem Virus zu kämpfen hatte und Werner Hartmanns Rücken zwickte, wollten die Trainer wenn überhaupt als Erklärung für die dürftige Präsentation von „Planets” gelten lassen. Den „peinlichen Weg” (Waldschmidt) ins Kleine Finale verließ die Formation rechtzeitig und zog sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf.

Im Großen Finale stand eine ganze andere Mannschaft auf dem Parkett. „Das war befreit getanzt”, freute sich Heiduk, „speziell die Jungs waren sehr gut.” Die Vorrundenfehler waren vergessen, auch Steffi Eggers blieb nach einem Ausrutscher in der Vorunde standhaft. Es war eine starke Leistung des Teams, das aber wieder sein gequältes Lächeln erzwingen musste, denn mit sieben glatten Fünfer-Wertungen blieb alles beim Alten.

Ansonsten aber sorgten die Wertungsrichter für Verwunderung, wurden doch erstmals Platzierungen getauscht. So gaben die Preisrichter der FG Aachen/Düsseldorf den Vorzug vor Grün-Gold-Club Bremen B, und so waren die Rheinländer die einzigen, die rundum glücklich waren. Denn: Abo-Sieger Bremen A leistete sich mit „Siamo Noi” viele Patzer, doch das bessere Gesamtpaket gegenüber Velbert reichte, um erneut mit sieben Einsern klar vorne zu liegen. Der Gastgeber hatte sich, da „Fortis nova” stark präsentiert wurde, mehr ausgerechnet als „nur” sieben Zweier.

Auch im Kleinen Finale rangen sich die Wertungsrichter zu einer Revolution durch, wurde doch dem 1. TC Ludwigsburg diesmal nur zweimal der letzte Platz zugeordnet. Diesmal rutschte Mitaufsteiger TSG Backnang, der nur sieben Paare aufbieten konnte, auf den Schlussrang.


Westfälische Rundschau, 02.03.2009