17.03.2009, WR, Trainerstab der TSG zieht an einem Strang

Trainerstab der TSG zieht an einem Strang

Von Lutz Großmann

Lüdenscheid. Die Reise durch"s Weltall hat zunächst ein Ende.

„Planets”, die Choreographie der Bundesliga-A-Formation der Tanz-Sport-Gemeinschaft Lüdenscheid, legt genauso wie die Mannschaft eine wohlverdiente Pause ein. Zumindest bis Ende April spielen Pirouetten oder Roundabouts keine Rolle. Entspannung vom Trainings- und Wettkampfstress ist bei den 18 Mitgliedern des A-Teams angesagt.

Bis es im Frühsommer wieder los geht und sich der Fokus auf die Deutsche Meisterschaft im November richtet, ist auf vielen Ebenen trotzdem Arbeit angesagt. Klar ist, dass sich am Gesicht der Mannschaft erhebliche Veränderungen ergeben werden - nichts Ungewöhnliches in der Szene. „Das ist immer so. Wir haben noch nie zwei Jahre in Folge in gleicher Besetzung getanzt”, nimmt Trainer Bernd Waldschmidt die sich anbahnenden personellen Umwälzungen gelassen. Auch bei Björn und Natascha Wachsmuth sei das letzte Wort noch nicht gesprochen. Mit Abwanderungsgedanken trägt sich Paul Lorenz. Er will seine Einzelkarriere präferieren. „Das heißt aber nicht, dass ich nicht auch Formation tanze”, sagte der beim Bundesliga-Finale am Samstag von einer Grippe geschwächte Lorenz. Er fühle sich bei der TSG wohl.

Was den Trainerstab angeht, fallen Entscheidungen kurzfristiger. „Wenn ich weitermache, dann nicht unter diesen Bedingungen”, sagt Petra Heiduk: „Auch wenn man mir das nachsagt, ich fühle mich für solch eine Aufgabe noch nicht zu alt.” Motiviert, ein weiteres Jahr dranzuhängen, sind Waldschmidt und Richard Erning. „Wir Trainer sind eine Front”, gibt Waldschmidt zu verstehen, der seinen Teil dazu beiträgt, „ein Paket für die nächste Saison zu schnüren.” Darin muss eines zwingend enthalten sein: Die Bereitschaft der Protagonisten zu einer besseren Trainingsbeteiligung! „So, wie das bislang gelaufen ist, geht es nicht”, sagt Waldschmidt und ist da auf einer Linie mit Heiduk.

Nach WR-Informationen will die Vereinsführung neue Strukturen aufbauen, um eine breitere Basis zu schaffen. Die TSG ist in Zeiten weltwirtschaftlicher Krisen, die bis nach unten durchschlagen, nicht mehr bereit, sich höchste Qualität durch viel Geld zu erkaufen. Dies ließ TSG-Förderer Gerd Wachsmuth durchblicken. Und weil - Stand jetzt - die Mittel begrenzt sind, wird wohl auch an „Planets” festgehalten und keine neue Choreographie kreiert bzw. gekauft. „Wir werden das Programm aber verbessern und es der neuen Mannschaft anpassen”, sagt Waldschmidt, der am Ende von fünf ereignisreichen Monaten stolz zurückblickt: „Eine größere Steigerung wäre möglich gewesen, aber wir haben es geschafft, Platz fünf nicht mit einem Gegner teilen zu müssen.”

Der vierte Rang bei der DM sei „grandios” gewesen, und die Fähigkeit zur Leistungssteigerung während der Liga-Saison habe ihn beeindruckt. Beim Finale vor eigenem Publikum, das auch im Internet-Formationsforum übrigens sehr gute Noten bekam, habe die Mannschaft einen schönen Schlusspunkt gesetzt. „Mir ist mehrfach die Gänsehaut über den Körper gelaufen”, sagt Waldschmidt. Das sagt alles.


Westfälische Rundschau, 17.03.2009