25.03.2009, LN, Tanzen: TSG Lüdenscheid sucht Partner für A-Team

Tanzen: TSG Lüdenscheid sucht Partner für A-Team

Von Thomas Machatzke

LÜDENSCHEID - Die Bundesliga-Latein-Formation der TSG Lüdenscheid schaut sich für die Zukunft nach einem Partner um. "Wir streben für die neue Saison eine Formations-Gemeinschaft mit einem anderen Verein an", erklärte Trainer Bernd Waldschmidt am Dienstagabend im Rahmen der Jahreshauptversammlung der TSG, "das ist die Option, die Zukunft des A-Teams sicherzustellen. Die Alternative wäre, alles, was wir aufgebaut haben, einzustampfen - das will keiner."

"Dass es nicht mehr so weitergehen würde wie bisher, hatte bereits Hauptsponsor Gerd Wachsmuth, der die TSG auch in Zukunft unterstützen wird, nach dem Heimturnier am 14. März angekündigt. Zum einen ist die TSG angesichts der wirtschaftlichen Gesamtlage und der daraus resultierenden gesunkenen Zuwendungen von Sponsoren, die der Kassenbericht von Goran Vasilev offenbarte, nicht mehr alleine in der Lage, ein Team auf diesem Niveau zu finanzieren. Zum anderen fehlt es im Verein auch am sportlichen Unterbau. Das B-Team (Landesliga) ist weit weg vom Leistungsniveau der Bundesliga. Nach den Ankündigungen einiger Aktiver, zurücktreten zu wollen (u.a. Björn und Natascha Wachsmuth), ist auch die Personaldecke für ein eigenes A-Team extrem dünn geworden.

"Wenn es mit der Formations-Gemeinschaft nicht hinhaut, müssen wir davon ausgehen, dass wir mit dem A-Team nicht an den Start gehen werden", erklärte Waldschmidt nach der Sitzung. Gespräche mit dem Vorstand eines möglichen Partners seien derweil bereits gelaufen, so Waldschmidt. Wer dieser Partner sein könnte, darüber schwiegen sich indes alle Anwesenden aus.

"Kein Erstligist hat in dieser schwierigen Zeit ein Sorglos-Paket", bemerkte Waldschmidt derweil, was durchaus auch auf eine Kooperation mit einem Erstligisten hindeuten könnte. Nach der vergangenen Saison hatten sich bereits die Formationen aus Düsseldorf und Aachen zu einer FG zusammen geschlossen. Die Erstliga-Option für die TSG wäre das TSZ Velbert. Der WM-Dritte hat bekanntlich einen großen personellen Aderlass zu verkraften. Ob eine solche Kooperation indes räumlich Sinn machen würde, ist fraglich. Da wiederum käme schon eher der Blick ins nahe gelegene Ruhrgebiet in Frage: Der TTC Rot-Weiß-Silber Bochum ist derzeit Spitzenreiter in der Regionalliga West und könnte ebenso ein Partner für die TSG sein wie das Ruhr-Casino des VfL Bochum, das die 2. Bundesliga auf dem letzten Platz abgeschlossen hat. Eine Kooperation mit dem ruhr-tanzclub Witten wäre die räumlich günstigste Lösung - allerdings stehen die Wittener vor dem Abstieg aus der Regionalliga, was eine solche Option sportlich fragwürdig erscheinen lässt.

Wie dem auch sei: Die TSG will die Dinge bald klären, geht die Aufgaben mit neuem Vorstandsteam an. Aus beruflichen Gründen schied gestern mit Hans-Jürgen Berndt auf eigenen Wunsch der 2. Vorsitzende, Pressewart und einer der langjährigen Motoren der TSG aus dem Führungsgremium aus. Zu seinem Nachfolger wurde der bisherige Beisitzer Robert Tackmann gewählt. 1. Vorsitzende bleibt Heide Wachsmuth. Neu im Vorstand sind als Pressewart Björn Wachsmuth und als Sozialwartin Ulrike Schumacher, die sich die Arbeit mit Vorgängerin Gaby Boldt teilen will.


Lüdenscheider Nachrichten, 25.03.2009