28.06.2009, WR, TSG zieht A-Formation aus der Bundesliga zurück

TSG zieht A-Formation aus der Bundesliga zurück

Lüdenscheid. Die Tanz-Sport-Gemeinschaft (TSG) Lüdenscheid muss ihre A-Formation aus der 1. Bundesliga mit sofortiger Wirkung zurückziehen.

In einer Pressemitteilung, die der Verein am Samstagnachmittag herausgab, wurde als Hauptgrund für den Rückzug genannt, dass es nicht gelungen sei, bis Ende Juni genügend motivierte Tänzerinnen und Tänzer zu aquirieren, um damit eine konkurrenzfähige Mannschaft für die 1. Bundesliga zu bilden. Bis Samstag standen, nachdem sich in den letzten Monaten mehrere Formationsmitglieder verabschiedet hatten und das für das Wochenende angesetzte zweitägige Casting keinen Erfolg brachte, maximal sechs Paare zur Verfügung, größtenteils die Ur-TSGer aus der Region.

Da die Versuche gescheitert waren, sich mit einem Partner zu verbünden und eventuell eine Formationsgemeinschaft zu bilden, sah sich die TSG zu diesem Schritt gezwungen. Ein endgültiger Strich wurde am Samstagabend gezogen. Der Beschluss des Vereinsvorstandes und der Trainer war eindeutig. Finanzielle Gründe habe der Rückzug nicht gehabt, sagte Trainer Bernd Waldschmidt. „Ich bin zwar traurig, aber letztlich gab es keine Alternative. Wenn du nicht weist, wer zuverlässig mitmacht, hat es keinen Sinn”, so Waldschmidt. Für ihn und Cheftrainerin Petra Heiduk, deren Verbleib bei der TSG ausgeschlossen ist, war es in den letzten Jahren immer schwieriger geworden, genügend leistungssstarke Tänzerinnen und Tänzer nach Lüdenscheid und zum regelmäßigen Training, das für Formationstanz unabdingbar ist, zu bewegen. Waldschmidt: „Wir mussten als Trainer immer öfter betteln, dass die Tänzer zum Training kommen.”

Die Alternative eines „kontrollierten Abstiegs” mit einer nicht konkurrenzfähigen Mannschaft aus der 1. in die 2. Liga hatte der Verein verworfen. „Wir haben das durchdiskutiert, aber es wäre dem Verband und den anderen Erstliga-Mannschaften gegenüber nicht fair gewesen”, sagte Waldschmidt: „Der Schaden wäre noch größer geworden.”

„Kontrollierter Abstieg” keine Alternative

Deshalb bleibt als Lösung nur der Rückzug in die Landesliga auf das Niveau der B-Formation. Welche Aktive und Trainer für dieses Team zur Verfügung steht und ob es gelingt, sogar zwei Mannschaften zu bilden, soll sich in den nächsten Wochen herausstellen. Es ist nicht zu erwarten, dass die übrig bleibenden Erstliga-Tänzer in der tiefsten Klasse auf"s Parkett gehen werden. „Vielleicht konzen-trieren die sich mehr auf den Einzeltanz”, glaubt Waldschmidt, der dem Verein auch im zehnten Jahr zur Verfügung stehen will, „aber bestimmt nicht als verantwortlicher Trainer in der Landesliga.”


Westfälische Rundschau, 28.06.2009