28.06.2009, WR, Ein Opfer eigener Versäumnisse

Ein Opfer eigener Versäumnisse

Der RWL-Abstieg in die Bezirksliga,die deutlich reduzierten Ansprüche der Baskets, jetzt der Rückzug der A-Formation der TSG Lüdenscheid aus der Bundesliga: Das sowieso schon dürftige Leistungssportsegment in der Kreisstadt hatte in den letzten Wochen viele negative Nachrichte zu verkraften.

Dass es Probleme geben würde, für die neue Saison eine schlag- und vor allem konkurrenzfähige Mannschaft zu stellen, deutete sich an, doch der Super-Gau, sprich der komplette Abschied aus dem Hochleistungssport und ein Neuanfang auf tiefstem Niveau, muss überraschen und ist ein herber Schlag auch für das Image der Stadt. Die TSG war einer der wenigen Werbeträger aus dem Bereich des Sports nicht nur auf lokaler und regionaler, sondern nationaler Ebene.

Diejenigen, die diese Entscheidung getroffen haben, werden trifftige Gründe für diesen Schritt gehabt haben. Wenn es nicht gelingt, genügend Quantität, verbunden mit einer für die 1. Liga adäquaten Qualität zu sammeln, dann macht es gerade in einem Sport wie dem trainingsintensiven Formationstanzsport mit teils hochsensiblen Protagonisten keinen Sinn, ein nicht erstligareifes Team in die Löwengrube zu werfen.

Der TSG Lüdenscheid wurde es letztlich auch zum Verhängnis, dass die Basis zu schwach ist, sprich nur ein gerade reaktiviertes B-Team in der Landesliga, zur Verfügung steht. Andere Vereine zehren, weil gesund gewachsen, von mehr Substanz und entsprechendem Nachschub aus den eigenen Reihen. Die ungünstige geografische Lage und die Auswirkungen der Wirtschaftskrise taten ein übriges, dass die TSG mit ihrem Leistungsteam gescheitert ist.

Der Chronist drückt eine Träne durchs Knopfloch, denn es war zwei Jahre lang eine wunderbare Reise mit der TSG und den großartigen Fans durch die Welt des Lateintanzsports. Schade, dass diese Zeit vorbei ist.


Westfälische Rundschau, 28.06.2009