16.10.2009, WR, Leistungssport wird auf Eis gelegt

Leistungssport wird auf Eis gelegt

Lüdenscheid. Jahrelang war die Latein-Formation das Aushängeschild der TSG Lüdenscheid, nicht nur optisch. Im Sommer zog der Verein sein A-Team vor allem aus personellen Gründen aus der 1. Bundesliga zurück.

Geplant war ein Neuanfang in der Landesliga. Aber das hat sich inzwischen zerschlagen. Auf absehbare Zeit gibt es bei der TSG Lüdenscheid keine Latein-Tanzformation mehr.

„Das ist eine ganz schreckliche Zäsur in der Vereinsgeschichte”, bedauert Pressewart Björn Wachsmuth die Entwicklung. Jetzt basteln die TSG-Verantwortlichen um die neue Sportwartin Christine Brand an einem Konzept für die Zukunft.

Eines steht aber fest: Bis auf wenige Einzeltänzer ist der Leistungssport bei den Lüdenscheidern „auf Eis gelegt” (Björn Wachsmuth). Künftig konzentriert sich der auf 65 Mitglieder geschrumpfte Verein - zu besten Zeiten waren es 90 - auf den Breitensport mit Angeboten u.a. im Kinder- und Jazztanz.

Bereits vor Wochen zerplatzten alle Träume von einem Comeback in der Landesliga. Dort sollte das bisherige B-Team als neue A-Mannschaft einen Neuanfang wagen. Doch dann wurde die Vereinsführung darüber informiert, dass ein Großteil des B-Teams zu anderen Vereinen wechselt. Übriggeblieben sind ganze fünf Tänzer.

„Wir wussten nichts darüber”, fühlt sich nicht nur Pressewart Björn Wachsmuth „im Stich gelassen”. Nach nach der Hiobsbotschaft war das „gesamte Konzept geplatzt” (Wachsmuth).

Den Kopf in den Sand stecken wollte man bei der TSG Lüdenscheid aber nicht. „Wir haben in den letzten Wochen versucht, etwas auf die Beine zu stellen”, berichtet Björn Wachsmuth. Umsonst. „Aus Zeitgründen” entschlossen sich Sportwartin Christine Brand und Co., auf eine Latein-Formation zu verzichten.

Jetzt sucht der Verein nach „neuen Zukunftswegen” (Björn Wachsmuth). Aber noch weiß keiner so genau, wohin der Weg der TSG Lüdenscheid führen wird. Zunächst konzentriert man sich auf den Nachwuchsbereich.

Ganz verabschieden will sich der Verein aber nicht vom Leistungssport. So richtet die TSG Ende Mai 2010 das Relegationsturnier für den Aufstieg in die 2. Bundesliga aus. Vielleicht wird man in Lüdenscheid dann zum vorerst letztenmal hochklassigen und professionellen Lateintanz sehen.

Ganz so schwarz will Björn Wachsmuth aber nicht malen. „Wir wollen wieder ins Formationsgeschäft zurück. Aber dies ist ein harter Weg”. Und einen Zeitplan kann der Pressewart auch nicht präsentieren. „Die TSG gibt es weiter”, hat Wachsmuth zum Schluss aber noch eine gute Nachricht.

Martin DROSTE


Westfälische Rundschau, 16.10.2009